

Quelle: AFNB – Akademie für Neurowissenschaft – Köln / Aktuelles aus der Gehirnforschung
Einleitung
In Zeiten wachsender akademischer und beruflicher Anforderungen wird effektives
Zeitmanagement zunehmend als Schlüsselkompetenz betrachtet, um Leistung,
Motivation und Wohlbefinden bei Studierenden und Beschäftigten zu fördern. Obwohl
allgemein anerkannt ist, dass gutes Zeitmanagement hilfreich ist, war bislang wenig
klar, welche spezifischen Strategien besonders wirksam sind – insbesondere im
Kontext von Hochschulen und der beruflichen Weiterbildung. Ein weiteres Problem
besteht darin, dass „Zeitmanagement“ in der Forschung sehr unterschiedlich definiert
und gemessen wird, sodass Vergleiche erschwert sind.
Untersuchung und Vorgehensweise
Die Studie ist eine systematische Übersichtsarbeit (Systematic Review), in der
insgesamt 107 empirische Studien berücksichtigt wurden – davon 86 Fachartikel und
21 Dissertationen. Diese stammen aus den Bereichen Hochschulbildung und
Arbeitswelt und umfassen quantitative, qualitative sowie Mixed-Methods-Designs. Ziel
war es, eine klare konzeptuelle Einordnung von Zeitmanagement vorzunehmen,
herauszufinden, welche Strategien am wirkungsvollsten sind, und deren Effekte auf
Produktivität, Leistung sowie Wohlbefinden zu untersuchen. Die Auswahl erfolgte
anhand der PRISMA-Richtlinien über Datenbanken wie PsycINFO, ERIC, ProQuest
Dissertationen sowie Google Scholar.
Ergebnisse
Die Untersuchung ergab, dass insbesondere vier Strategien regelmäßig mit besseren
Outcomes in Verbindung stehen: Planung, Zielsetzung, Priorisierung und
Aufgabenorganisation.
Diese Strategien zeigen positive Zusammenhänge sowohl mit
Leistungskennzahlen (z. B. Noten, Arbeitsleistung) als auch mit Wohlbefinden (z. B.
geringerer Stress, höhere Zufriedenheit).
Training in Zeitmanagement Fähigkeiten führt zudem zu messbaren Verbesserungen bei der Strategieanwendung sowie bei Leistung und Wohlbefinden. Gleichzeitig zeigt die Analyse, dass die Definitionen von
Zeitmanagement sowie die Messmethoden stark variieren – was das systematische
Vergleichen von Studien erschwert.
Implikationen
Für die Praxis bedeutet dies, dass Ausbildungs- und Weiterbildungsinstitutionen
Zeitmanagement nicht lediglich als generisches „Soft Skill“ ansehen sollten, sondern
gezielt Programme entwickeln könnten, die Studierende und Mitarbeitende in Planung,
Priorisierung und Zielsetzung unterstützen. Trainingsmodule in diesen Bereichen
erscheinen vielversprechend. Für die Forschung empfiehlt die Studie, künftig
konsistentere Begriffsdefinitionen und Messinstrumente zu verwenden, um die
Wirkung von Zeitmanagementstrategien noch präziser nachweisen zu können.
Fazit
Die vorliegende Übersichtsarbeit zeigt überzeugend, dass ausgeprägtes
Zeitmanagement ein relevanter Faktor sowohl für akademische als auch berufliche
Erfolge ist. Insbesondere die vier genannten Strategien stellen zentrale Bausteine dar.
Gleichzeitig unterstreicht die Untersuchung die Notwendigkeit methodischer und
konzeptueller Klarheit in der Zeitmanagementforschung.
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Patzak, A., Zhang, X., & Vytasek, J. (2025). Boosting productivity and wellbeing through time management:
Evidence-based strategies for higher education and workforce development
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