


Individuelle und wirksame Motivation und Belohnung
Quelle: Prof. Dr. Dr. Roth (Roth Institut – Science for business)
Individuelle und wirksame Motivation und Belohnung
Dass motivierte Mitarbeitende eine der entscheidenden Triebfedern für Effizienz und eine gute Unternehmens-Performance sind, ist kein Geheimnis. Eine erfolgreiche Motivation von Mitarbeitenden ist dementsprechend eines der zentralen Themen im Bereich von Führung und Umsetzung von Veränderungsprozessen. Die Kernfrage dabei ist „Wie motiviere ich meine Mitarbeiter*innen richtig?“.
Um derartig zentrale Fragen im Bereich Change, Führung und Personalentwicklung sinnhaft und zu beantworten, ist es durchaus hilfreich sich der fundierten Wissenschaft zu bedienen. Dank der Neurowissenschaft wissen wir mittlerweile, dass unser Gehirn nichts ohne triftigen Grund tut. Der wichtigste Grund für unser zielgerichtetes Handeln ist die Aussicht auf Belohnung. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Demnach ist das Ausführen von Routine (-Tätigkeiten) mit Belohnung durch Körpereigene Opioide verbunden. Eine Abkehr bzw. Veränderung (von) der individuellen Routine ist demnach für uns unangenehm bzw. schmerzhaft. Das Streben nach Belohnung (Appetenz) und das Vermeiden oder Beendung von Negativem (Aversion) sind demnach die Grundlage der Motivation.
Grob gesagt: Motivation beschreibt die Hintergründe menschlichen Handelns. Motive werden als Handlungsabsicht bezeichnet. Sie stellen dabei diejenigen Handlungsabsichten dar, die unbewusst ablaufen. Sie sind früh ausgebildet und werden durch stammesgeschichtlich und frühkindlich erworbene Handlungsantriebe bestimmt. Motive sind dementsprechend tief und unbewusst in der Persönlichkeit verwurzelt. Allerdings ergibt sich aus der hohen Individualität unserer Persönlichkeit auch eine hohe Individualität der Motivstruktur, d.h. unserer persönlichen Ziele. Dabei müssen wir zudem berücksichtigen, dass es nicht nur viele individuell unterschiedliche Motive gibt, sondern auch unterschiedliche Motivebenen, nämlich eine unbewusste, eine vorbewusste und eine bewusste Motivebene.
Ist man sich diesen Motivebenen bewusst, so lassen sich dadurch Menschen gezielter belohnen und damit motivieren. Motive können sehr unterschiedlicher Art sein. Man unterscheidet gewöhnlich zwischen materiellen, sozialen und intrinsischen Motiven und entsprechenden Belohnungen.
Materielle Belohnungen wie Bezahlung, Einkommen, Boni und Privilegien wirken (fast) universell und schnell, weil sie am ehesten eine „Existenzsicherung“ versprechen.
Soziale Belohnungen wie Lob, Macht, Bindung, Anerkennung durch Vorgesetze, Kollegen und Kolleginnen und Mitarbeitenden, Titel, soziale Privilegien werden meist dann eingesetzt, wenn die materiellen Belohnungen ihre motivierende Wirkung verloren haben.
Intrinsische Belohnungen bestehen in der Freude am Gelingen, der Selbstbestätigung, im Gefühl der Verwirklichung eigener Fähigkeiten und Wünsche (Selbstwirksamkeit), im Gefühl, besser zu sein als andere, in der Überzeugung, an einer wichtigen Sache oder wirksam in einem „großen Betrieb“ mitzuarbeiten. Sie sind die einzige Belohnungsart, die nicht in Sättigung geht bzw. in ihrer Wirkung nachlässt, es sei denn aufgrund anhaltender Misserfolge. Oft steigert sich die intrinsische Belohnung mit zunehmender Perfektion einer Tätigkeit und/oder des eintreffenden Erfolges. Das Erreichen des Zustands intrinsischer Belohnung ist deshalb das wichtigste, aber auch schwierigste Ziel jeder Personalführung. Ob nun individuelle Förderung von Mitarbeitenden oder ein Veränderungsprozess im Unternehmen. Bedient man sich der praktisch anwendbaren fundierten Wissenschaft, lassen sich derartige Prozesse durch ein „gezieltes“ Belohnen leichter behandeln, steuern und bewältigen.
Literatur:
Das Buchkapitel (1) „ Intrinsische Motivation“ (S.1ff) des im Jahr 2016 erschienenen Fachbuches „Enzyklopädie der Psychologie“ behandelt neben einem thematischen Gesamtüberblick über das Thema „Motivation“ auch Systemtheoretische Ansätze zur Thematik und legt einen Fokus auf den Zusammenhang zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation. Sehr lesenswert, wie wir finden!
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